Evidenzbasiert heiĂźt: Entscheidungen auf Grundlage der besten verfĂĽgbaren Belege zu treffen … ohne dabei den eigenen Kopf an der Garderobe abzugeben.
Und genau hier wird es spannend. Denn manchmal ist nicht der Mangel an Belegen das Problem. Manchmal ist das Problem, dass Menschen schweigen, obwohl sie etwas sehen. Obwohl sie Zweifel haben. Obwohl ihre innere Stimme längst sagt: Moment mal. Passt das wirklich?
Warum ist das so?
Es ist ein menschliches Schutzprogramm, nicht herausfallen zu wollen. Wir wollen dazugehören. Wir wollen nicht die Nervensäge sein. Nicht der Querulant. Nicht derjenige, der im Meeting sagt: „Ich sehe da ein Risiko.“
Also schweigen viele.
Und weil alle schweigen, glaubt jeder: „Ich bin wohl der Einzige, der Bedenken hat.„
Die Psychologie nennt das pluralistische Ignoranz: Den Irrtum, mit der eigenen Wahrnehmung allein zu sein. Und genau daraus entsteht einer der gefährlichsten Zustände überhaupt: Kollektive Zustimmung bei innerem Zweifel.
Nach auĂźen: Nicken.
Innen: Unruhe.
Nach außen: „Passt schon.“
Innen: Wahnsinn.
Evidenzbasiertes Denken und empirisch gesammelte Erfahrungen ist der Ausweg aus diesem Wahnsinn. Empirik bedeutet: Erkenntnis aus Beobachtung, Erfahrung und ĂĽberprĂĽfbarer Wirklichkeit. Also nicht nur Theorie, nicht nur Meinung, nicht nur BauchgefĂĽhl, sondern:Â Was zeigt sich wiederholt im echten Leben?
Denn evidenzbasiert bedeutet eben nicht: „Die Mehrheit wird schon recht haben.“ Es bedeutet auch nicht: „Die Autorität hat gesprochen, also ist die Sache erledigt.“
Eine Aussage oder Methode stützt sich nicht nur auf Meinung, Bauchgefühl oder Autorität, sondern auf nachprüfbare Belege. Und gleichzeitig gilt: Evidenzbasiert heißt nicht automatisch wahr, sondern: Nach aktuellem Stand der verfügbaren Belege ist etwas gut begründet.
Das ist erwachsenes Denken. Und genau dieses erwachsene Denken hatten Pioniere immer schon nötig. Schon im Jahr 2014 berichtete mein Doc über Leitlinien!
Und zwar evidenzbasierte. Diese seien langsam zur Basis der deutschen Medizin geworden. Um genau zu sein: Der Universitätsmedizin!
Eigentlich wĂĽnschenswert. Jeder Arzt bekommt so genaue Richtlinien an die Hand, also Gebrauchsanleitungen, wie er seine Therapie zu gestalten hat.
Bringt kja dann auch Rechtssicherheit. Bei möglichen juristischen Auseinandersetzungen. Die Leitlinien gelten. Ein paar hatte der Doc immer wieder mal beschrieben. Nicht nur er – mein Doc – hatte sich gefragt: Weshalb sind diese evidenzbasierten Leitlinien eigentlich so grauenvoll falsch? So eindeutig unrichtig?
Weshalb bekommt der Mensch mit hohem Blutdruck nicht als erstes gesagt: Nimm ab, lauf‘ jeden Tag um dein Leben, sondern … nimm‘ diese und jene Tablette?
Weshalb soll ein Diabetiker massiv Zucker in Form von Kohlenhydraten essen? Wenn er doch zuckerkrank ist? Was sind das fĂĽr seltsame Leitlinien?
Nun, ganz einfach: Die basieren auf Studien. Das war`s auch schon. Seit wir den hĂĽbschen Ausdruck Schrottstudien kennen, ahnen wir … das Unheil.
In die gleiche Richtung zielte wohl die Aussage eines Dozenten im Studium zu den Statistiken im Allgemeinen. Er meinte: „Glauben sie nie einer Statistik, die sie nicht selbst gefälscht haben.“
Deshalb liebe ich den Ansatz, die nötigen Daten und Erfahrungen selbst zu sammeln. Und mit der richtigen Fragestellung die richtigen Daten zu erheben. Es geht ums Zusammenhänge und Entscheidungskompetenz!
Mal sehen, wann die Fachleute dereinst einmal einräumen werden, dass sich viele Fakten bestätigt haben, die vielleicht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht evidenzbasierte Erhebungen vorliegen (sollen oder dĂĽrfen …)
Das könnte wohl auch mit pluralistische Ignoranz beschrieben werden!?
Nicht, weil jeder Gegner böse war. Nicht, weil jede Behörde falsch lag. Sondern weil Systeme dazu neigen, das Bekannte zu schützen. Besonders dann, wenn ein neuer Gedanke unbequem ist.
In meinem Buch aus dem Jahr 2020 „Leicht war’s nicht, aber selfmade“ wird beschrieben, dass Ärzte nach Leitlinien arbeiten und dadurch rechtlich auf der sicheren Seite sind.
Wer leitliniengerecht behandelt, ist abgesichert. Wer dagegen auf Bewegung, Ernährung, Nahrungsergänzung und molekularmedizinische Ansätze setzt, kann angreifbar werden, wenn etwas schiefläuft. Genau hier entsteht ein Systemanreiz: Standard schlägt Mut. Absicherung schlägt Individualität. Leitlinie schlägt Lebensstil.
Und dann fällt mir immer und immer wieder dieser Satz ein. Und er bleibt hängen:
„Wer heilt, hat recht!“
Natürlich ist das kein Freifahrtschein für Unsinn. Nicht jede Behauptung wird wahr, nur weil sie anders klingt. Nicht jede Alternative ist besser, nur weil sie gegen den Mainstream steht. Auch das wäre wieder Denkfaulheit — nur in die andere Richtung.
Aber der Satz rĂĽttelt wach.
Denn er stellt eine unbequeme Frage:
Dient das System wirklich dem Menschen — oder dient der Mensch irgendwann nur noch dem System?
Bei Strunz geht es in dieser Darstellung um „Frohmedizin“ statt „Drohmedizin“, um Bewegung, Blutwerte, Ernährung, Eiweiß, mentale Stärke, Vitalität und das Denken in Richtung „forever young“.
Es geht um den Mut, Lebensstil nicht als nettes Beiwerk zu behandeln, sondern als Fundament.
Wer meiner persönlichen Einladung folgt, erfährt auch etwas über meine persönlicher Erfahrung und den Weg zurück in Energie und Lebensmut. Mit zwar kleinen Schritten. Mit Bewegung, bewusster Ernährung und dem Ernstnehmen des eigenen Körpers.
Und jetzt schlagen wir die BrĂĽcke zu Kapitalanlagen. Denn im Finanzbereich passiert exakt dasselbe.
Auch dort gibt es Leitlinien. Und es gibt Glaubenssätze. Nicht medizinische, sondern mentale.
„Mach eine Lebensversicherung.“
„Kauf Fonds und warte lang genug.“
„Immobilien sind immer sicher.“
„Aktien schlagen langfristig alles.“
„Diversifikation löst jedes Problem.“
„Der Berater wird schon wissen, was er tut.“
Klingt vertraut, oder?
Viele Menschen nicken. Nicht, weil sie es verstanden haben. Sondern weil alle nicken.
Pluralistische Ignoranz am Beratungstisch.
Der Kunde versteht das Produkt nicht wirklich.
Der Berater spricht in Fachsprache.
Die Unterlagen sind dick.
Die Risiken klingen theoretisch.
Der Zeitdruck ist real.
Und innerlich denkt der Mensch: Ich mĂĽsste eigentlich noch einmal nachfragen.
Aber er fragt nicht.
Weil er nicht dumm wirken will.
Weil er nicht misstrauisch erscheinen will.
Weil er glaubt, alle anderen hätten das verstanden.
Und genau dort beginnt finanzieller Wahnsinn.
Evidenzbasiert investieren heißt deshalb nicht: Eine Studie finden, die zur eigenen Meinung passt. Das wäre nur „Google mit Krawatte“.
Evidenzbasiert investieren heißt: Welche Daten gibt es? Wie wurden sie erhoben? Wer verdient an der Interpretation? Welche Gegenbelege gibt es? Und passt das Ergebnis zur Realität, zur eigenen Lebenssituation und zur eigenen Risikotragfähigkeit?
Historische Renditen sind hilfreich. Aber sie garantieren nicht die Zukunft.
Ein Prospekt ist Information. Aber noch kein Bewusstsein.
Ein Berater kann erklären. Aber nicht Deine Verantwortung übernehmen.
Und ein Finanzprodukt kann sinnvoll sein. Aber nur dann, wenn Du verstehst, welchen Zweck es in Deinem Leben erfĂĽllt.
Im Kontext von Cashflow und Vermögensaufbau wird sehr klar, dass es nicht reicht, einfach nur zu sparen, ohne die wirklich wichtigen Details zu beleuchten. Mainstream bedeutet oft, Geld jemand anderem zur Verfügung zu stellen, ohne den eigenen Zweck wirklich zu prüfen.
Wer die Brücke schlagen will, muss lernen, auf Cashflow, Kontrolle, Transparenz und einkommensproduzierende Vermögenswerte zu achten.
Das ist die gemeinsame Linie von Medizin und Kapitalanlage:
Nicht blind glauben.
Nicht blind ablehnen.
Nicht blind nicken.
Sondern prĂĽfen. Verstehen. Entscheiden. Handeln.
In der Medizin kann das bedeuten: Nicht nur Symptome verwalten, sondern Lebensstil, Bewegung, Ernährung, Blutwerte und Eigenverantwortung ernst nehmen.
In der Kapitalanlage kann das bedeuten: Nicht nur Renditeversprechen sammeln, sondern Cashflow, Risiko, Kosten, Liquidität, Kontrolle und persönliche Ziele verstehen.
In beiden Fällen gilt: Wer nur dem System folgt, ohne zu denken, landet irgendwann möglicherweise in einem Leben, das auf dem Papier korrekt aussieht — sich aber innerlich falsch anfühlt.
Und genau das ist der Punkt von Wahnsinn ade.
Raus aus dem automatischen Nicken.
Raus aus der Fassade.
Raus aus dem Schweigen.
Raus aus der Angst, mit der eigenen Wahrnehmung allein zu sein.
Rein in Kontakt.
Rein in Bewusstsein.
Rein in echte Selbstverantwortung.
Denn Prozesse beginnen nicht mit einem Event. Prozesse beginnen mit einem ehrlichen Satz.
Zum Beispiel:
„Ich habe dazu eine Frage.“
„Ich verstehe das noch nicht.“
„Welche Belege sprechen wirklich dafür?“
„Wer profitiert davon, wenn ich das glaube?“
„Passt das wirklich zu meinem Leben?“
Das ist kein Widerstand. Das ist WĂĽrde.
Wenn Du spürst, dass Du nicht länger nur funktionieren, nicken und durchhalten willst, dann komm in Kontakt. Schreib eine E-Mail an interaktion@wahnsinn-ade.de oder informiere Dich auf https://wahnsinn-ade.de.
In Kontakt kommen. In Kontakt sein. In Kontakt bleiben. Genau so kommen Prozesse in Gang. Schritt fĂĽr Schritt. Nicht hektisch. Nicht fomo-getrieben. Sondern bewusst.
Zitat aus dem Wissensschatz:
„Aus einem Irrtum wird keine Wahrheit, auch wenn man ihn noch so weit verbreitet, und aus einer Wahrheit wird kein Irrtum, auch wenn kein Mensch sie sieht.“