🍊 Warum überhaupt Schulden?

Sind Schulden automatisch schlecht? Schulden sind nicht automatisch schlecht.

Das ist fĂĽr viele Menschen schon der erste Denkfehler.

Entscheidend ist nicht, ob jemand Schulden hat. Entscheidend ist:

Wofür wird das geliehene Geld verwendet – und welcher Cashflow steht dahinter?

Genau deshalb geben clevere Unternehmen Anleihen aus.

Und Staaten ĂĽbrigens auch.

Nur sollten wir nicht den Fehler machen, beides gedankenlos in denselben Topf zu werfen.

Warum leiht sich ein erfolgreiches Unternehmen ĂĽberhaupt Geld?

Ein gesundes Unternehmen könnte beispielsweise 500 Millionen Euro Eigenkapital einsetzen, um eine Fabrik zu bauen, einen Wettbewerber zu übernehmen oder neue Märkte zu erschließen.

Es kann aber auch sagen:

Warum soll ich mein eigenes Kapital vollständig binden, wenn mir Investoren Kapital zur Verfügung stellen?

Eine Unternehmensanleihe ist im Kern genau das: Viele Investoren leihen einem Unternehmen Geld. DafĂĽr erhalten sie einen vertraglich vereinbarten Zins, und am Ende der Laufzeit soll das Kapital zurĂĽckgezahlt werden.

Für Unternehmen können Anleihen attraktiv sein, weil sie damit große Beträge am Kapitalmarkt aufnehmen, Finanzierungsquellen diversifizieren und – anders als bei einer Aktienausgabe – keine zusätzlichen Eigentumsanteile abgeben müssen. Die BIS beschreibt zudem, dass sich die Fremdfinanzierung seit der globalen Finanzkrise stärker von klassischen Bankkrediten in Richtung Anleihemärkte verschoben hat. (BIS-Datenportal)

Das ist unternehmerisches Denken.

Nicht:

„Schulden? Um Gottes willen!“

Sondern:

„Was kostet mich dieses Kapital – und was kann dieses Kapital für mich erwirtschaften?“

Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Die entscheidende Frage heiĂźt Cashflow

Nehmen wir ein stark vereinfachtes Beispiel.

Ein Unternehmen leiht sich ĂĽber eine Anleihe 100 Millionen Euro und zahlt dafĂĽr 4 Prozent Zinsen.

Kosten: 4 Millionen Euro jährlich.

Kann das Unternehmen mit diesen 100 Millionen nachhaltig deutlich mehr als diese Finanzierungskosten erwirtschaften, kann Fremdkapital zum Hebel werden.

Kann es das nicht, wird derselbe Hebel gefährlich.

So einfach ist das Prinzip.

Und genau deshalb ist die Aussage â€žSchulden sind schlecht“ finanzielle WohlfĂĽhlfolklore.

Genauso falsch wäre allerdings:

„Schulden sind immer clever.“

Nein.

Schulden verstärken Ergebnisse.

Sie können einen guten Prozess beschleunigen – oder einen schlechten schneller gegen die Wand fahren lassen.

Und jetzt kommen die Staaten …

Auch Staaten geben Anleihen aus.

Damit finanzieren sie beispielsweise laufende Haushalte, Infrastruktur oder fällige Altschulden. Staatliche Anleiheemissionen sind inzwischen ein gewaltiger Bestandteil der internationalen Kapitalmärkte; die BIS stellt fest, dass staatliche Emissionen einen wesentlichen Teil des Wachstums der weltweiten Anleihemärkte getragen haben. (Bank for International Settlements)

Und jetzt wird es interessant.

Der Internationale Währungsfonds bezifferte die weltweite öffentliche Verschuldung fĂĽr 2025 auf knapp 94 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und erwartet nach seiner Prognose, dass sie bis 2029 rund 100 Prozent des Welt-BIP erreichen könnte. (IMF)

Lies diesen Satz ruhig noch einmal.

Nicht irgendein einzelnes Unternehmen.

Staaten weltweit.

Und damit kommen wir zu einem Unterschied, den ein finanziell intelligenter Mensch verstehen sollte.

Unternehmensanleihe und Staatsanleihe sind nicht dasselbe

Hinter einer Unternehmensanleihe steht ein Unternehmen mit Umsätzen, Kosten, Vermögenswerten, Geschäftsmodell, Bilanz und hoffentlich einem belastbaren Cashflow.

Der Anleger kann deshalb beispielsweise fragen:

Was verdient dieses Unternehmen? Wie hoch sind seine Schulden? Wie stabil ist sein Geschäftsmodell? Welche Vermögenswerte besitzt es? Reicht der Cashflow für Zinsen und Tilgung?

Bei einem Staat sieht die Maschine anders aus.

Ein Staat finanziert sich unter anderem über Steuereinnahmen und kann neue Schulden aufnehmen, um alte Verpflichtungen zu refinanzieren. Staaten besitzen zudem je nach Land sehr unterschiedliche institutionelle, fiskalische und teilweise geldpolitische Handlungsmöglichkeiten.

Deshalb wäre es falsch, pauschal zu behaupten:

„Unternehmensanleihen sind sicherer als Staatsanleihen.“

Das sind sie nicht automatisch.

Eine Anleihe eines hochverschuldeten, schwachen Unternehmens kann wesentlich riskanter sein als die Anleihe eines finanzstarken Staates.

Umgekehrt ist das Wort â€žStaatsanleihe“ aber ebenfalls kein Qualitätssiegel.

Auch Staaten können in Zahlungsschwierigkeiten geraten, Schulden restrukturieren oder ihre Gläubiger mit erheblichen Verlusten konfrontieren.

Die richtige Frage lautet deshalb niemals nur:

Unternehmen oder Staat?

Sondern:

Wer schuldet mir das Geld – und woraus soll ich es zurückbekommen?

Das ist finanzielle Intelligenz.

Sicherheit ist kein Etikett

Genau hier gefällt mir die Denkweise von Kiyosaki.

Eine Bank finanziert eine Immobilie nicht deshalb, weil sie dein bester Freund ist.

Sie analysiert Sicherheiten, Einkommen, Beleihungswerte und Rückzahlungsfähigkeit.

Scheitert der Kreditnehmer, existiert mit der Immobilie grundsätzlich ein verwertbarer Vermögenswert – wobei natürlich auch dessen Marktwert schwanken und unter dem offenen Kreditbetrag liegen kann.

Bei einem Unternehmenskredit oder einer Unternehmensanleihe steht dagegen das Unternehmen mit seinem zukĂĽnftigen wirtschaftlichen Erfolg im Mittelpunkt.

Und bei einer Staatsanleihe?

Da kaufst du letztlich das Versprechen eines Staates, seine Verpflichtungen künftig bedienen zu können.

Das sollte man nicht bewerten. Man sollte es verstehen.

Denn Bewertung erzeugt Emotion.

Verstehen erzeugt Entscheidungen.

Der kleine Sparer soll Schulden vermeiden. Die GroĂźen lernen, sie zu benutzen.

Das ist vielleicht die spannendste Beobachtung ĂĽberhaupt.

Dem normalen Menschen wurde jahrzehntelang beigebracht:

„Mach keine Schulden.“

Gleichzeitig arbeiten Unternehmen, Immobilieninvestoren und Staaten permanent mit Fremdkapital.

Warum?

Weil Kapital ein Werkzeug ist.

Ein Hammer ist weder gut noch böse.

Du kannst damit ein Haus bauen.

Oder dir auf den Daumen schlagen.

Nicht das Werkzeug entscheidet. Der Mensch entscheidet, der es benutzt.

Und genau deshalb braucht es finanzielle Bildung.

Nicht den nächsten heißen Tipp.

Nicht FOMO.

Nicht:

„Welche Anleihe soll ich morgen kaufen?“

Sondern zunächst:

Was ist überhaupt eine Anleihe? Woher kommt der Zins? Wer trägt welches Risiko? Welcher Cashflow steht dahinter? Was passiert, wenn etwas schiefläuft?

Erst verstehen.

Dann entscheiden.

Das ist #selfmade.

Willkommen bei „Wahnsinn ade“

Wenn du bei Geld nicht länger nur Produkte vergleichen, sondern Zusammenhänge verstehen möchtest, beginnt daraus ein Prozess.

Nicht mit einem Event.

Nicht mit einem Wochenende Euphorie.

Sondern Schritt fĂĽr Schritt.

Genau darum geht es bei â€žWahnsinn ade“.

👉 wahnsinn-ade.de

Oder schreib uns ganz einfach eine E-Mail an interaktion@wahnsinn-ade.de.

Denn eines halte ich fĂĽr elementar:

In Kontakt kommen.
In Kontakt sein.
In Kontakt bleiben.

Entwicklung ist ein Prozess. Ereignisorientierte Menschen suchen dagegen immer wieder den nächsten Kick – und wundern sich irgendwann darüber, warum sich ihr Leben trotzdem nicht verändert.

Dabei beschreibt Leicht war’s nicht, aber selfmade einen der entscheidenden Punkte erstaunlich nĂĽchtern:

„Es geht darum, finanzielle Intelligenz zu erwerben.“
– Thomas Reubert, Leicht war’s nicht, aber selfmade

Und natĂĽrlich hast du am Ende immer recht – auf Basis dessen, was du glaubst.

Wenn du glaubst, jede Staatsanleihe sei automatisch sicher, wirst du Informationen entsprechend einordnen.

Wenn du glaubst, jede Unternehmensschuld sei gefährlich, ebenfalls.

Steigt dein Bewusstseinslevel, stellst du irgendwann eine bessere Frage:

„Was steckt wirklich dahinter?“

Und plötzlich wird aus Meinung Verständnis.

Aus Verständnis entsteht Entscheidung.

Und aus guten Entscheidungen kann Schritt fĂĽr Schritt ein anderer Lebensstil entstehen.

Besser ist immer besser, als nicht besser.

#ThomasReubert5Punkt0 #Kaffeeklatsch47 #LiveUndInFarbe #WahnsinnAde #FinanzielleFreiheit #MoneyMindset#Vermögensaufbau #LebenNachDeinenRegeln

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